Kategorie: RUTH-MARIA OBRIST
Ruth Maria Obrist behauptet nicht; sie konstruiert. Ausgehend von geometrischen Formen und präzisen visuellen Systemen entwickelt sie Kunstwerke, die sich auf mehreren Ebenen offenbaren. Ihre Praxis ist tief in den Traditionen der Minimal Art sowie der konstruktiven und konkreten Kunst verwurzelt. Anstatt auf individuelle Gesten zu vertraut, arbeitet Obrist mit einem konzeptuellen Vokabular, das auf strengen, logischen Ableitungen basiert. Geometrie wird zu ihrem Leitfaden.
Mit spielerischer Virtuosität erforscht sie die optische Spannung zwischen arithmetisch identischen Flächen, wechselt zwischen positiven und negativen Formen und kontrastiert geometrische Körperlichkeit mit zweidimensionaler Zeichnung. Ihre Kreationen folgen festen Regeln, nicht der Spontaneität. Wie sie oft bemerkt, bieten ihr mathematische Strukturen Stabilität in einer zunehmend verwirrenden Welt. Diese Klarheit des Denkens und der Form prägt ihr gesamtes künstlerisches Universum.
Ruth Maria Obrist wurde am 9. Mai 1955 in Laufenburg in der Schweiz geboren und wuchs in Turgi und Untersiggenthal auf. Seit 1993 lebt und arbeitet sie in Baden, wo ihr Atelier weiterhin das Zentrum ihrer künstlerischen Produktion ist. Ihre Karriere erstreckt sich über mehr als vier Jahrzehnte, in denen sie in der Schweiz und international umfassend ausgestellt hat. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Eidgenössische Stipendium für angewandte Kunst in den Jahren 1983 und 1985, sowie mehrere Residenzstipendien in Prag, Paris und Genua.
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Ihr Werk wurde in bedeutenden Einzelausstellungen gezeigt, darunter Präsentationen in der Schweizer Botschaft in Paris (2004), der IG Halle Rapperswil (2005), dem Museum Spörri Wettingen (2015) und der Galerie 94, Baden (2018). Jüngere Ausstellungen umfassen den Kunstraum Baden (2021), foryouandyourcustomers Zürich (2022) und ein kommendes Soloprojekt im MERKER-Areal in Baden (2025).
Obrists Arbeiten waren seit 2015 auch Teil wichtiger Gruppenausstellungen, unter anderem im Museum Rehmann Laufenburg, der Galerie Rosenberg Zürich, der Galerie La Ferronnerie Paris, dem Kunsthaus Zofingen und mehreren Ausgaben in der Galerie 94 Baden, einschliesslich deren 10-jährigen Jubiläumsausstellung im Jahr 2025.
Ihre künstlerische Präsenz erstreckt sich auch in den öffentlichen Raum. Seit 2000 hat sie zahlreiche Auftragsarbeiten geschaffen, darunter Wandreliefs, architektonische Interventionen, Mosaike, Installationen in Kirchen und Kliniken, Fassadengestaltungen und öffentliche Skulpturen in der ganzen Schweiz. Höhepunkte sind Werke für die Klinik Hirslanden Zürich, die Klosterkirche Windisch und das Badenfahrt Festival im Jahr 2023.
Ihre jüngste Monographie, The Poetry of Logic (Kerber Verlag, 2022), fängt die Essenz ihrer künstlerischen Philosophie ein: Präzision als Poesie und Logik als Weg zu ästhetischer Klarheit.
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